Montag, 6. März 2017

Montag, 20. Februar 2017

Don't read this ...

... if you want to keep your sanity.

Ich meine "Homo Deus", das neue Buch von Yuval Harari, das nun auch auf Deutsch vorliegt.
Die These: Wir Menschen sind im Begriff, unsere Evolution dank der Technik auf eine völlig neue Stufe der Evolution zu heben. Der alte Traum Evas, wie Gott zu sein, wird wahr.
Daher der Titel.

Im neuen "Atlantic"-Magazin ist ein sehr unterhaltsames Interview mit Harari zu lesen ("The Post-Human World").

Der in Jerusalem lebende und lehrende Yuval glaubt nicht an Gott, metaphysische Wahrheiten hält er für überholt. In dem Interview vergleicht er Religion mit Virtual reality.
Hier eine bezeichnende Passage:

"Recently I went with my nephew to hunt Pokémon. We were walking down the street and a bunch of kids approached us. They were also hunting Pokemon. My nephew and these children got into a bit of a fight because they were trying to capture the same invisible creatures. It seemed strange to me. But these Pokémon were very real to the children. And then it hit me: This is just like the Israeli-Palestinian conflict! You have two sides fighting over something that I cannot see. I look at the stones of buildings in Jerusalem and I just see stones. But Christians, Jews, and Muslims who look at the same stones see a holy city. It’s their imagination, but they are willing to kill for it. That’s virtual reality, too."

Gegen Ende des Interviews schwärmt der Redakteur des "Atlantic" von Algorithmen, die ihm dabei helfen, sein Leben glücklicher zu machen: If a fitness tracker encourages me to run more, or an entertainment algorithm discovers a song I love, I’m happier. And I prefer myself happy. But over time, my decisions have been reduced to brain signals and brain signal readers. “I” am not special, or sacred, or even individual. I’m just a vessel for a bunch of signals that are best read by a computer. There is no room for “me” in that arrangement.

Yuvals Antwort:

"What really happens is that the self disintegrates. It’s not that you understand your true self better, but you come to realize there is no true self. There is just a complicated connection of biochemical connections, without a core. There is no authentic voice that lives inside you. Have you seen Inside Out? For me this was the tipping point in popular culture’s understanding of the mind. For decades Disney sold us the liberal individualistic fantasy: Don’t listen to your neighbors or government, just follow your own heart. But then in Inside Out, you go inside this little girl Riley, and you don’t encounter a self or a core identity. What the movie shows to children and their parents is that Riley is a robot being manipulated by chemical processes inside her brain. The cataclysmic point in the story is your realize that none of the sources inside her are her true self."

Yuval sagt, in der ihm eigenen Nüchternheit, die Aulöschung des "Ichs", der Individualität und von all dem voraus, was wir Menschenwürde nennen.

Ganz neu ist dieser Gedanke freilich nicht. Am Höhepunkt des Zeitalters, das wir "Aufklärung" nennen, schrieb der französische Arzt und Philosoph Pierre-Jean-Georges Cabanis: "Les nerfs, voilà tout l’homme" und kondensierte damit das Denken der Zeit auf einen kurzen Satz. Das Credo der Zeit war, dass die Menschen Götter erfunden hätten und dass, sobald man die Natur entschlüsselt habe, man auf eine Kette von Ursachen und Wirkungen stoße, der alles Metaphysische fremd sei. Die aufklärerischen Denker sahen alles Sichtbare, Untersuchbare, Beweisbare – und das war das einzige, was zählte – als organisierte Materie und daher berechenbar, nicht unähnlicher einer Maschine. Die ganze Welt war in ihren Augen ein System, dessen Blaupausen entschlüsselbar seien. Die Reduzierung des Menschen auf eine Art ausgeklügelte Maschine endete in der kompletten Entmenschlichung, dem Blutbad der französischen Revolution. Die Entmenschlichung im Zeitalter von Gentechnik und Artificial Intelligence wird vielleicht weniger blutig, dafür umso effizienter sein.





Dienstag, 14. Februar 2017

Donnerstag, 19. Januar 2017

Rom brennt

In der neuen Ausgabe der Zürcher "Weltwoche" habe ich mir gerade (sehr gezügelt) meinen Frust und die Verwirrung zur Auslegung von "Amoris laetitia" vom Leib geschrieben. 
Hier der Text.








Donnerstag, 5. Januar 2017

Nur einmal kurz die Welt retten

Just for the record: I did this interview with Melinda Gates for the printed edition of BILD. Here is the online-version - in German only I'm afraid... 
Please take note of my delicious socks!


Montag, 19. Dezember 2016



Mein Leserbrief in der FT (Dec 17, 2016)

Und hier eine erfreuliche Reaktion, ebenfalls auf der Leserbriefseite der FT – am 21.12.

Donnerstag, 15. Dezember 2016

Es ist so weit

Meine Sis hat der abonnentswürdigen Zeitschrift "Theo" (von "Gifti" Croÿ) ein fantastisches Interview gegeben, das auch in der WELT Niederschlag gefunden hat. 

Mein Highlight ist folgende Passage: 

"Ich glaube, dass wir ganz stramm in die nächste Diktatur gehen. Und zwar eine Wohlstandsdiktatur, das Über-Betreutwerden wird zunehmen, betreutes Essen, betreutes Trinken, betreutes Denken. Das merkten die Leute gar nicht; alle befinden sich in einem kollektiven Wohlbefinden. Gegen jegliches Unwohlsein gibt es Arzneien und Lifestyle-Drogen. Wir nähern uns immer mehr der von Huxley beschriebenen schönen neuen Welt."

Gestern war sie kurz in der Stadt. I miss you already!

Und hier – aus aktuellem Anlass – noch eine EILMELDUNG.



Heißt: Nicht nur Huxleys Prophezeiungen bewahrheiten sich. Viel schlimmer noch: Auch das, was der Großinquisitor in Dostojewskis "Brüder Karamasow" ankündigte, wird wahr. Am Ende des furchteinflößenden Monologs sagt der Großinquisitor seinem Gefangenen, Jesus, eine Zivilisation voraus, die in Namen der Wissenschaftlichkeit alles neu machen wird: „An der Stelle Deines Tempels wird man ein neues Gebäude errichten, wird man erneut den schrecklichen Babylonischen Turm errichten.“ 
Es ist so weit.

Und wieder werden, in 20 Jahren, die letzten echten Menschen, die dann wohl im Untergrund leben, sagen: "Wir haben das nicht geahnt."